Zusätzliche Schwimmhalle, neue Saunalandschaft – Aktueller Kostenrahmen und Zeitplan vorgestellt
Nach Abschluss des Architekturwettbewerbs werden die Planungen für die Erweiterung und Modernisierung des Hallenbads Höttinger Au konkretisiert. Das Siegerprojekt sieht 425 Quadratmeter zusätzliche Wasserfläche und eine neue Saunalandschaft vor. Für den Neubau belaufen sich die Gesamtsollkosten auf rund 27,5 Millionen Euro, für die Sanierung des bestehenden Hallenbads auf rund 9,6 Millionen Euro. Der Baustart für den Neubau ist für 2028 vorgesehen, die Inbetriebnahme für Anfang 2030.
30 Prozent mehr Wasserfläche in Innsbruck
Herzstück der Erweiterung ist eine neue Schwimmhalle westlich des bestehenden Hallenbads. Geplant sind ein 25-Meter-Sportbecken mit 250 Quadratmetern Wasserfläche sowie ein Lehrschwimmbecken mit 175 Quadratmetern. Damit steigt die Gesamtwasserfläche der drei Innsbrucker Hallenbäder von derzeit 1.418 auf 1.843 Quadratmeter – ein Plus von rund 30 Prozent.
Die zusätzlichen Kapazitäten stehen insbesondere Schulen, Schwimmkursen, Vereinen und dem Schwimmsport zur Verfügung. Gleichzeitig wird ein großer Teil des bestehenden Gebäudes erhalten und modernisiert. Die bestehende Schwimmhalle mit dem 25-Meter-Becken und dem Lehrschwimmbecken samt Garderoben und Duschen kann weitgehend weitergenutzt und mit gezielten Eingriffen saniert werden. Der Eingangsbereich wird erneuert und offener gestaltet, die neue und die bestehende Schwimmhalle werden künftig barrierefrei über die bestehenden Umkleidebereiche erschlossen.
„Mit der Konkretisierung des Siegerprojekts wird jetzt sichtbar, welchen zusätzlichen Nutzen die Erweiterung bringt. 30 Prozent mehr Wasserfläche in der Stadt sind ein wesentlicher Schritt, um dem hohen Bedarf von Schulen, Vereinen und Bevölkerung besser gerecht zu werden. Gleichzeitig setzen wir bewusst auf die bestehende Infrastruktur und entwickeln den Standort weiter“, erklärt IKB-Vorstandsvorsitzender Thomas Pühringer.
Neue Saunalandschaft mit Blick auf die Bergwelt
Auch der Sauna- und Wellnessbereich wird grundlegend neu organisiert. Auf das Bestandsgebäude soll in Holzleichtbauweise ein zweites Obergeschoss aufgesetzt werden. Vorgesehen sind unter anderem zwei Saunen für rund 50 beziehungsweise 40 Personen, Dampfbad, Biokammer, Kneipp- und Kaltwasserbecken sowie großzügige Liegebereiche. Hinzu kommt ein rund 164 Quadratmeter großer Frischluftbereich mit Ausblick auf die Innsbrucker Bergwelt.
Zwei Häuser. Ein Platz
Neben dem Hallenbad ist ein fünfgeschossiges Gebäude für studentisches Wohnen mit gemeinschaftlich nutzbaren Bereichen vorgesehen. Das Siegerprojekt fasst diesen städtebaulichen Ansatz unter dem Leitmotiv „Zwei Häuser. Ein Platz.“ zusammen. Das Wohnprojekt ist jedoch nicht Teil des IKB-Projekts Hallenbad Höttinger Au.
Hallenbad und studentisches Wohnen werden als zwei eigenständige Baukörper gestaltet. Dazwischen entsteht ein neuer öffentlicher Platz als gemeinsame Mitte für Sport, Wohnen und Begegnung. Durch die Verlängerung des Hutterwegs wird zugleich eine neue öffentliche Verbindung zwischen Fürstenweg und dem nördlich gelegenen Radweg geschaffen.
„Wir schaffen hier nicht nur zusätzliche Schwimmflächen, sondern entwickeln einen ganzen Standort weiter. Hallenbad, Wohnen und öffentlicher Raum werden zu einem Ensemble, das einen Mehrwert für den Stadtteil und für ganz Innsbruck bietet. Gleichzeitig schaffen wir eine langfristig leistungsfähige Infrastruktur für Sport, Gesundheit und Schwimmkompetenz“, betont Bürgermeister Johannes Anzengruber.
Nachhaltige Modernisierung des Bestands
Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf dem möglichst weitgehenden Erhalt der vorhandenen Bausubstanz. Neue konstruktive Elemente des Hallenbads sollen großteils in Holzbauweise errichtet werden. Begrünte Dachflächen und Photovoltaikanlagen sind ebenso Teil des Konzepts wie moderne Lüftungssysteme und Wärmerückgewinnung. Auch die Erneuerung der Badtechnik ist geplant. Unter anderem soll Wärme aus dem Rückspülwasser zurückgewonnen und wieder für die Badewasseraufbereitung genutzt werden.
Auf Basis des Siegerprojekts und des derzeitigen Planungsstands werden für den Neubau rund 27,5 Millionen Euro veranschlagt. Das Land Tirol unterstützt das Vorhaben über den Tiroler Bädertopf. Die geltende Förderrichtlinie sieht bei Neubauten eine Förderung von bis zu 55 Prozent der förderbaren Kosten und bei Sanierungen von Hallenbädern von bis zu 40 Prozent vor. Sowohl die Sanierung des Hallenbads Höttinger Au als auch der Neubau wurden vom Bäderbeirat bereits als förderwürdig eingestuft.
Aktuell läuft das Verhandlungsverfahren zur Beauftragung des Siegerbüros. Parallel dazu wird die Planung weiter konkretisiert. Vorbehaltlich der erforderlichen Beschlüsse des Innsbrucker Gemeinderats folgen die weiteren Genehmigungs- und Planungsschritte.
Die Sanierungsarbeiten am Bestand laufen bereits. Der Baustart für den Neubau ist nach aktuellem Terminplan für 2028 vorgesehen, die Fertigstellung bis Ende 2029. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2030 geplant. Durch die schrittweise Umsetzung soll der Badebetrieb während wesentlicher Teile der Bauzeit aufrechterhalten werden. In einzelnen Bauphasen werden jedoch vorübergehende Einschränkungen notwendig sein.